{"id":287,"date":"2021-07-28T15:23:36","date_gmt":"2021-07-28T13:23:36","guid":{"rendered":"https:\/\/campingkunst.de\/?p=287"},"modified":"2021-07-28T15:23:37","modified_gmt":"2021-07-28T13:23:37","slug":"fazit-stralsund-andalusien-und-zurueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/campingkunst.de\/en\/fazit-stralsund-andalusien-und-zurueck\/","title":{"rendered":"Fazit: Stralsund &#8211; Andalusien und zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p>Reisenotizen: Stralsund &#8211; Andalusien und zur\u00fcck<\/p>\n\n\n\n<p>Der Hausschuh<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere erste gr\u00f6\u00dfere Expedition mit dem eigenen Wohnmobil war ein willkommener Anlass, pers\u00f6nliche Erwartungen mit der Wirklichkeit des Reisens abzugleichen. Bedenken hatten wir schon: gibt es an der Strecke genug freie Stellpl\u00e4tze? Finden wir immer einen Parkplatz und sind damit unsere spontanen Exkursionen in Kleinst\u00e4dte oder zu Sehensw\u00fcrdigkeiten an der Route m\u00f6glich? Die Antwort f\u00e4llt in beiden F\u00e4llen eindeutig aus: Ja! Das von uns bevorzugte Hinterland in Frankreich und Spanien war nur m\u00e4\u00dfig besucht, Stellpl\u00e4tze kein Problem und ein Pl\u00e4tzchen f\u00fcr das Wohnmobil fand sich immer wieder. Ab und zu nutzten wir \u00f6ffentliche Verkehrsmittel, um besondere Orte ohne Stress zu besuchen. Ansonsten genossen wir, nie \u00fcber \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeiten oder Wetterverh\u00e4ltnisse, wie zuvor beim Zelten &#8211; nachzudenken. Unser Ford-Transit und der Aufbau hielten ohne Probleme durch. Wir bezahlen auch Lehrgeld, im Badezimmer fliegt uns das praktische Schr\u00e4nkchen um die Ohren, dass wir nicht fest verschlossen hatten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Route<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich war die Strecke zu lang. Beinahe 7000 km in knapp f\u00fcnf Wochen ist eine Hausnummer. Geplant war das nicht, hatten wir doch bei unseren kleineren Ausfl\u00fcgen in der Ostseeregion oft schon nach maximal 100 km genug und steuerten Pl\u00e4tze zum Entspannen an. Da wir aber Arbeiten und Reisen verkn\u00fcpfen und einen Termin in Andalusien hatten, kam es eben so. Trotz der Herausforderung auf der Stra\u00dfe gab es kein Grund zur Klage. Nur an einigen Fahrtagen fuhren wir mehr als 400 km und immer wieder pausierten wir in Stra\u00dfencaf\u00e9s, unter B\u00e4umen oder an einem See. Zudem h\u00e4lt der Aufbau die Fahrerkabine k\u00fchl, mit ge\u00f6ffneten Fenstern lassen sich auch Temperaturen um die 38C, wie in Andalusien, gut aushalten. Unsere Strecke war abwechslungsreich. Sie f\u00fchrte zun\u00e4chst \u00fcber S\u00fcddeutschland, S\u00fcdfrankreich, an der spanischen Mittelmeerk\u00fcste entlang bis Alicante. Wir besuchten Granada, C\u00f3rdoba und Toledo, fuhren ins Baskenland, nach Biarritz, in das Tal der Lot und die Tarn-Schlucht. Dann ging es \u00fcber Besan\u00e7on, den Schwarzwald und Hamburg zur\u00fcck bis Stralsund.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Pl\u00e4tze<\/p>\n\n\n\n<p>Campingpl\u00e4tze, Stellpl\u00e4tze, Parkpl\u00e4tze &#8211; ein Kapitel f\u00fcr sich. Immer wieder spannend zu erleben, wo man die Nacht verbringt. Wir benutzen keine Apps, sondern lassen uns lieber \u00fcberraschen. Auf dem R\u00fcckweg stehen wir beispielsweise auf einem \u00f6ffentlichen Parkplatz, direkt an der Fulda in Guxhagen. An solchen Orten k\u00f6nnte man Tage bleiben. Sonst nutzen wir das ganze Programm: Wir standen unter alten B\u00e4umen auf dem wundersch\u00f6nen Stadtplatz in Granada, lernen dort viele Leute kennen und staunen \u00fcber die Freundlichkeit der spanischen Reisenden. Wir verbringen zwei Tage auf einem Berg bei C\u00f3rdoba, da der Campingplatz in der Stadt wegen der Corona-Krise geschlossen ist. In Toledo freuen wir uns \u00fcber den gr\u00f6\u00dften Pool, den wir je an einem solchen Ort entdeckt haben. In Frankreich nutzen wir das Angebot bei Bauern auf einer Wiese zu stehen oder enden auf einem ungew\u00f6hnlichen Platz mit Dauercampern bei St. Etienne.<\/p>\n\n\n\n<p>Die H\u00f6hepunkte<\/p>\n\n\n\n<p>Wie immer auf Reisen: es kommt, wie es kommt. Meist anders wie geplant. In Granada vergassen wir einfach die Alhambra zu besuchen, weil die Lekt\u00fcre der Beschreibung von Cees Nooteboom (Der Blinde und die Schrift) so fesselnd ist, dass wir uns gar nicht mehr auf den Weg bem\u00fchten. Der Schriftsteller erf\u00e4hrt bei der Betrachtung der Arabesken in der Alhambra, dass alles flie\u00dft, in Bewegung ist, nicht nur der Kosmos, nicht nur wir, sondern auch die Buchstaben der Schrift. Die St\u00e4dte C\u00f3rdoba und Toledo, Rilkes Sehnsuchtsort, beeindrucken schwer. Unser Notizbuch f\u00fcllt sich schnell, da wir \u00fcber einen zweiten Teil der \u201eCamper\u201c nachdenken. Sonst begeistern uns viele namenlose Kleinst\u00e4dte in Spanien und Frankreich, die immer eine \u00dcberraschung, sei es Kunst oder Kulinarisches, bergen. Nach der Lekt\u00fcre des Klassikers von Julio Cartazar \u00fcber seinen Besuch von Autobahnparkpl\u00e4tzen, sehen wir diese in einem anderen Licht. Gefallen hat uns das Dorf Lapopie im Lot Tal, wo wir den Alterssitz von Andre Breton besuchten, dem Gedanken der Surrealisten nachsinnend, dass das Wunder \u00fcberall zu finden ist. Recht haben sie.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Pandemie<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind in dieser Hinsicht gespalten, der Eine geimpft, die Andere abwartend. Ein Problem war das nicht. Weder in Spanien oder in Frankreich wurde der Impfstatus \u00fcberpr\u00fcft. Melancholisch wirkte auf uns das Bild eines alten Mannes nach, der in einem franz\u00f6sischen Kaff die Kirche verlies und mit schwerem Schritt, tapfer seine Maske tragend, \u00fcber den Marktplatz in die gegen\u00fcberliegende Apotheke eintrat. Bilder. Kurios wirken spanische Autofahrer, die alleine in ihren Fahrzeugen mit Mundschutz durch die Gegend fuhren. Oder eine Mautstelle, die man mit Maske zu durchfahren hat, obwohl sich dort nur Automaten befinden. Verstehe wer kann. In Spanien ist die Verunsicherung der Bev\u00f6lkerung, nach den hohen Opferzahlen, \u00fcberall sp\u00fcrbar. Uns gef\u00e4llt bei einer Hochzeit in Toledo, die wir beobachteten, die ausgelassene Atmosph\u00e4re, die wir zuvor in den spanischen St\u00e4dten vermisst hatten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Camper<\/p>\n\n\n\n<p>Was f\u00fcr eine bunte Gesellschaft: die Reisemobilisten. Wir sind fasziniert von der Spannbreite dieser Lebensform. Wir unterhielten uns mit Managern, die mit ihren Hightech Mobilen unterwegs sind. Wir bestaunten die handwerklichen F\u00e4higkeiten von jungen Leuten, die ihre alten Kastenw\u00e4gen in Schmuckst\u00fccke verwandelt hatten. Wir begegneten am Pont du Gard einem holl\u00e4ndischen Paar, die vor unseren Augen l\u00e4ssig ihren Smart in der Garage ihres Luxusmobils parkten. Der Mann verf\u00fcgte \u00fcber einen Fundus von Campingpl\u00e4tzen in Europa mit erlesener K\u00fcche, ein Schatz, den er bereitwillig mit uns teilte. Gegens\u00e4tze: in der N\u00e4he von St. Etienne begegnen wir Dauercampern, hart arbeitende Franzosen, die sich lange Reisen nicht leisten k\u00f6nnen. Ihr Kleinod entspricht keiner Bauordnung, beherbergt ein Sammelsurium von alten Wohnw\u00e4gen, Baracken und sonstigen Konstruktionen. In Lauzerte sprach uns ein Keramikk\u00fcnstler auf die Flut in Deutschland an und erinnert uns an die Macht der Hitze und an andere Sorgen, denen sich der Urlauber nicht entziehen kann. So begegnen wir vielen hilfsbereiten, freundlichen Campern auf dem Weg. Ein Fazit: Unterwegs mit dem Wohnmobil f\u00e4llt es leicht, andere Reisende kennenzulernen, vielleicht auch, weil wir selbst offener geworden sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Heimkehr<\/p>\n\n\n\n<p>Jede Reise geht einmal zu Ende. Wir w\u00e4ren gerne l\u00e4nger unterwegs gewesen. Wir haben unsere Schatztruhe mit Erlebnissen, Begegnungen und den Eindr\u00fccken von erstaunlichen Orten gef\u00fcllt. Die erste Nacht zu Hause ist sch\u00f6n, aber &#8211; hat man je so selig geschlafen wie im Wohnmobil? Beim Fr\u00fchst\u00fcck sind wir uns einig, diese Reise ist gelungen. Das Nomadenleben werden wir vermissen. Ein Trost, in Hamburg haben wir uns im Reisebuchladen mit diversen Werken versorgt: Das imagin\u00e4re Reisen l\u00e4dt ein. Italien, Griechenland oder ein Ausflug an die nahe K\u00fcste, wann fahren wir endlich wieder los?<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Reisenotizen: Stralsund &#8211; Andalusien und zur\u00fcck Der Hausschuh Unsere erste gr\u00f6\u00dfere Expedition mit dem eigenen Wohnmobil war ein willkommener Anlass, pers\u00f6nliche Erwartungen mit der Wirklichkeit des Reisens abzugleichen. 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