{"id":457,"date":"2022-10-21T10:40:19","date_gmt":"2022-10-21T08:40:19","guid":{"rendered":"https:\/\/campingkunst.de\/?p=457"},"modified":"2022-10-21T10:40:20","modified_gmt":"2022-10-21T08:40:20","slug":"istanbul-und-die-bruecke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/campingkunst.de\/en\/istanbul-und-die-bruecke\/","title":{"rendered":"Istanbul und die Br\u00fccke"},"content":{"rendered":"<p>Wir verbringen (leider ohne den Hausschuh) ein paar Tage in einer unserer Lieblingsst\u00e4dte: Istanbul. Die Metropole am Bosporus, mit ihrer bewegten Geschichte, ist ein Schmelztiegel der Kulturen, eine Symbiose zwischen Ost und West, Europa und Asien.<\/p>\n\n\n\n<p>Immer wieder beeindruckend ist der Spaziergang \u00fcber die Galata-Br\u00fccke, die das goldene Horn \u00fcberspannt und sch\u00f6ne Aussichten auf den Bosporus, die Altstadt und ihre Moscheen bietet. Das Bauwerk wurde 1912 f\u00fcr 350000 goldene Lira von einer deutschen Firma errichtet. Unter ungekl\u00e4rten Umst\u00e4nden brannte die Br\u00fccke 1992 ab und wurde durch einen Neubau, mit zahlreichen Restaurants, ersetzt. Hier erlebt man die ganze bunte Vielfalt der Menschen, die jeden Tag durch die Stadt wandern.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir besuchen am anderen Ende der Br\u00fccke den alten \u00e4gyptischen Markt aus dem 16. Jahrhundert. In unmittelbarer Nachbarschaft zu einer gro\u00dfen Moschee erbaut, erinnert das Bauwerk an den zivilisatorischen Zusammenhang zwischen den sakralen Geb\u00e4uden und den Marktpl\u00e4tzen dieser Welt. Die Bauherrin war die Frau des damaligen Sultans. Die Infrastruktur, die traditionell in Form einer Stiftung in \u00f6ffentlicher Hand ist, verband die Stadt mit der Seidenstra\u00dfe. Vor allem Gew\u00fcrze, Kr\u00e4uter und S\u00fc\u00dfigkeiten kauft man hier. In der osmanischen Zeit diente das Angebot zur medizinischen Versorgung der Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute ist das Wirtschaftsleben der T\u00fcrkei &#8211; wie \u00fcberall in der Welt &#8211; von gro\u00dfen Banken, Monopolen und Superm\u00e4rkten dominiert. Wir gr\u00fcbeln, wie die Menschen hier mit einer Inflationsrate von \u00fcber 80% zu Recht kommt. Hinter der Moschee treffen wir uns mit einem Bekannten und stellen ihm diese Frage. Er l\u00e4chelt und beschreibt seine Landsleute als \u00dcberlebensk\u00fcnstler. Viele T\u00fcrken besitzen Gold, betreiben kleine Nebengesch\u00e4fte oder schlagen sich mit Hilfe ihrer Familien durch. Die zahlreichen Restaurants der Altstadt sind wie immer gut besucht.<\/p>\n\n\n\n<p>Istanbul ist nicht eine Stadt der Geschichte, hier werden auch Geschichten erz\u00e4hlt. Eine Fundgrube in dieser Hinsicht ist das Werk des Dichters Rumi. Nat\u00fcrlich hat unser Freund eine Erz\u00e4hlung parat. Sie handelt von einem verm\u00f6genden H\u00e4ndler, der sich auf eine Reise nach Indien begibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Er fragt nicht nur seine Gesch\u00e4ftsfreunde und Bekannten, was er ihnen aus dem fernen Land mitbringen soll, sondern auch seinen Papagei, der in einem K\u00e4fig eingesperrt ist. Der Vogel bittet ihn nur, seine Artgenossen in Indien von ihm zu gr\u00fc\u00dfen. An seinem Ziel angekommen gr\u00fc\u00dft der Gesch\u00e4ftsmann einen Papagei, der daraufhin tot vom Baum fliegt. Er ist untr\u00f6stlich \u00fcber das Ereignis, kehrt zur\u00fcck und erz\u00e4hlt seinem Haustier die Geschichte. Das Tier st\u00fcrzt ebenso zu Boden. Der H\u00e4ndler erschrickt, nimmt die vermeintlich tote Kreatur aus dem K\u00e4fig und streichelt es. Der Papagei nutzt diese Gelegenheit und fliegt in die Freiheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Rumi erz\u00e4hlt diese Geschichte ausf\u00fchrlich in seinem Hauptwerk (Mesnevi) &#8211; einem poetischen Buch mit \u00fcber 25.000 Versen &#8211; und deutet dem Leser zahlreiche Interpretationsm\u00f6glichkeiten an.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir verbringen (leider ohne den Hausschuh) ein paar Tage in einer unserer Lieblingsst\u00e4dte: Istanbul. Die Metropole am Bosporus, mit ihrer bewegten Geschichte, ist ein Schmelztiegel der Kulturen, eine Symbiose zwischen Ost und West, Europa und Asien. 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