{"id":533,"date":"2023-09-22T16:29:57","date_gmt":"2023-09-22T14:29:57","guid":{"rendered":"https:\/\/campingkunst.de\/?p=533"},"modified":"2023-09-22T16:29:58","modified_gmt":"2023-09-22T14:29:58","slug":"ruegen-und-der-umweltschutz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/campingkunst.de\/en\/ruegen-und-der-umweltschutz\/","title":{"rendered":"R\u00fcgen und der Umweltschutz"},"content":{"rendered":"<p>Wer liebt sie nicht, die Insel R\u00fcgen. F\u00fcr uns und zahlreiche Reisende ist sie ein Sehnsuchtsort, mit einer an vielen Stellen unber\u00fchrten Natur, die einmalige Aussichten auf die Ostsee bieten und mit ihren Bez\u00fcgen zur Kunst und Literatur. Die Idylle tr\u00fcgt ein wenig, denn es gibt Klagen: Der Massentourismus hat die Landschaft ver\u00e4ndert, viele Besucherinnen beklagen die steigenden, von der Inflation getriebenen Preise. Die Idee, sein Wohnmobil jenseits der teuren Campingpl\u00e4tze oder Stellpl\u00e4tze zu parken ist ebenso eine Illusion.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Begegnung zwischen Mensch und Umwelt war in der Region nie sorgenfrei. Die Texte des Schriftstellers Hanns Cibulka, in seinen Ostseetageb\u00fcchern ver\u00f6ffentlicht, galten in der DDR als mutiger Protest gegen die Umweltzerst\u00f6rung. In dem kleinen Dorf Swantow beschreibt er eine Sternennacht und einen unheimlichen Blick, jenseits des Boddens, auf den damaligen Atommeiler Lubmin: \u201eIn einem Kernkraftwerk ist alles still, totenstill, die Energie wird lautlos produziert, der Verbrennungsproze\u00df dominiert. Wissen was nicht zu sehen ist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Cibulka zitiert Paul Val\u00e9ry: \u201eDer Moderne Mensch hat sein Wissen in Taten umgesetzt, seit einem Jahrhundert unternimmt er in einer Welt, von der er nur ein winziger Teil, ein verg\u00e4ngliches Projekt ist, ein riesiges Werk der k\u00fcnstlichen Umgestaltung, dessen Grenzen und Folgen er nicht \u00fcbersehen kann.\u201c Die Kernkraft war lange Zeit das Symbol f\u00fcr eine Energiepolitik, die die Ma\u00dflosigkeit, die Grenz\u00fcberschreitungen des Menschen beschreibt. Der Ausstieg aus dieser Technik wurde mit technischen Risiken und mit der ungel\u00f6sten Problematik der Endlagerung der verbrauchten Brennst\u00e4be begr\u00fcndet. Auf der anderen Seite befindet sich Deutschland auf einem Sonderweg, denn in Europa entstehengerade viele neue Meiler.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute steht das Thema Energiepolitik wieder auf der Tagesordnung. Es geht nicht um die Windr\u00e4der auf der Insel, die ein wesentlicher Bestandteil der Energiewende sind. Zahlreiche B\u00fcrgerInnen wehren sich gegen ein Fl\u00fcssiggas-Terminal, das in Sichtweite von Binz gebaut werden soll. Die Gemeinden in der Gegend bef\u00fcrchten, dass das Tourismus-Idyll durch den Blick auf die neuen Anlagen gest\u00f6rt wird. Umweltsch\u00fctzer beklagen, dass der Bau die extrem sensible Natur vor R\u00fcgen sowie im gesch\u00fctzten Greifswalder Bodden zerst\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf Telepolis lesen wir heute \u00fcber wissenschaftlich fundierte Argumente, die schlicht die Notwendigkeit dieser Energiepolitik bezweifeln. Die Abteilungsleiterin am DIW, Claudia Kemfert bezeichnet das fossile LNG-Projekt als energiewirtschaftlich nicht gbeotenund klimapolitisch kontraproduktiv, \u201eda es den Lebensraum der Ostsee gef\u00e4hrdet, zus\u00e4tzliche klimasch\u00e4dliche Emissionen verursacht und eine nachhaltige regionale Wirtschaftsentwicklung auf R\u00fcgen behindert\u201c. Auf der Webseite der Deutschen Umwelthilfe legt DUH-Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Sascha M\u00fcller-Kraenner, nach: \u201eDas LNG-Projekt auf R\u00fcgen bek\u00e4mpft ein Gespenst, das es nicht gibt. Unsere gemeinsame Studie belegt erneut, dass die Versorgung Ostdeutschlands und Osteuropas gesichert ist. Die Bundesregierung muss sich mit diesen Resultaten auseinandersetzen. Die Errichtung von LNG-Terminals vor R\u00fcgen hat mit faktenbasierter und verantwortungsbewusster Politik nichts zu tun.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Wie immer die Debatte endet, wir erinnern uns daran, dass der moderne Reisende die Konflikte rund um die Energieversorgung kaum ignorieren kann.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer liebt sie nicht, die Insel R\u00fcgen. F\u00fcr uns und zahlreiche Reisende ist sie ein Sehnsuchtsort, mit einer an vielen Stellen unber\u00fchrten Natur, die einmalige Aussichten auf die Ostsee bieten und mit ihren Bez\u00fcgen zur Kunst und Literatur. 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