{"id":565,"date":"2023-12-23T13:14:15","date_gmt":"2023-12-23T12:14:15","guid":{"rendered":"https:\/\/campingkunst.de\/?p=565"},"modified":"2023-12-23T13:15:56","modified_gmt":"2023-12-23T12:15:56","slug":"565-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/campingkunst.de\/en\/565-2\/","title":{"rendered":"Die Welt ist ein Spiegel"},"content":{"rendered":"<p>Die Insel R\u00fcgen ist wie keine andere Landschaft mit dem Maler des Nordens verbunden: Caspar David Friedrich. Wir lesen die Spurensuche von Herrmann Zschoche, der \u00fcber die Exkursionen des K\u00fcnstlers berichtet, die ihn zu unz\u00e4hligen Werken inspirierten. Die N\u00e4he zu seiner Kunst erf\u00e4hrt man auf einer Wanderung an den Kreidefelsen entlang von Sassnitz zum Victoriafelsen, stets die unendliche Ostsee im Blick.<\/p>\n\n\n\n<p>Zschoche berichtet aus dem Jahr 1815: \u201eAn diesem Tag, dem 11. August, zeichnet Friedrich den Blick in die Tiefe einer Schlucht, mit dem Blick aufs Meer und eine bizarre Felsnadel, aus denen er sp\u00e4ter eines seiner ber\u00fchmtesten Bilder entwickelt\u201c. Der K\u00fcnstler ist fasziniert von den Kreidepfeilern am Weg, die die dunkle Ostsee einrahmen und einmalige Perspektiven erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Werk des Malers folgt dem Prinzip der Metamorphose. Viele Motive entwickeln sich aus zahlreichen Zeichnungen, die der Wanderer immer wieder anfertigt. Alles ist in Bewegung, Realit\u00e4t vermischt sich mit Fiktion. Es handelt sich bei den gew\u00e4hlten Motiven seiner Gem\u00e4lde nie um einen konkreten Ort. Das ber\u00fchmte Bild \u201eKreidefelsen auf R\u00fcgen\u201c (1818) ist dennoch von der Inselgeschichte nicht wegzudenken. Die &#8211; so schreibt Biograf von Brauchitsch &#8211; \u201edramatische Verdichtung ist zum Inbegriff der R\u00fcgener K\u00fcste geworden und hat ma\u00dfgeblich zur Steigerung des Tourismus auf der Insel beigetragen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bild hat den f\u00fcr Friedrich typischen R\u00e4tselcharakter. Generationen von Kunstfreunden fragen sich, um wen es sich bei den drei dargestellten Personen handelt. Eine Frau zeigt in den Abgrund, ein Mann untersucht Grashalme und der andere Herr blickt auf das Meer hinaus. Vermutlich verewigte der Maler seine Hochzeitsreise 1818 mit seiner Frau Caroline, dem Bruder Christian und der Schw\u00e4gerin Elisabeth. Die Szene l\u00e4sst viele Interpretationen zu. Vom Beschauer erwartete Friedrich nur seine eigenen Gedanken schweifen zu lassen, \u00fcber die Natur, die Metaphysik und die Existenz nachzudenken. Die Welt ist ein Spiegel.<\/p>\n\n\n\n<p>Von Brauchitsch interpretiert das Gem\u00e4lde wie folgt:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEs ist nicht auszuschlie\u00dfen, dass sich die drei Charaktere des Bildes auf so unterschiedliche Weise &#8211; interessiert, \u00e4ngstlich, stoisch &#8211; auch mit dem Abgrund in uns selbst befassen, denn \u00fcber diesen Abgrund beugten sich die Romantiker, lauschten hinunter, f\u00f6rderten Sch\u00e4tze aus ihm zutage, erkannten in ihm den Urquell des Lebens und der Kunst.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Literatur:<br>Herrman Zschoche, Caspar David Friedrichs R\u00fcgen, Verlag der Kunst, Husum 2021<br>Boris von Brauchitsch, Caspar David Friedrich, Insel Verlag, Berlin 2023<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Insel R\u00fcgen ist wie keine andere Landschaft mit dem Maler des Nordens verbunden: Caspar David Friedrich. 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