{"id":694,"date":"2024-12-31T12:09:07","date_gmt":"2024-12-31T11:09:07","guid":{"rendered":"https:\/\/campingkunst.de\/?p=694"},"modified":"2024-12-31T12:10:38","modified_gmt":"2024-12-31T11:10:38","slug":"2024-warum-reisen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/campingkunst.de\/en\/2024-warum-reisen\/","title":{"rendered":"2024: Warum reisen?"},"content":{"rendered":"<p>2024: Hinter uns liegt ein spannendes Reisejahr. Der Start verlief anders als geplant. Im Fr\u00fchjahr standen wir mit dem Hausschuh in Genua am Mittelmeer und planten, nach Frankreich zu reisen. Die Launen des Wetters erzwangen einen Richtungswechsel. Zum Gl\u00fcck erlauben Touren mit dem Wohnmobil spontane Entscheidungen, sodass wir nie genau wissen, wohin die Reise f\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Schicksal f\u00fchrte uns in den S\u00fcden von Italien. Besonders der Aufenthalt am Golf von Neapel war ein H\u00f6hepunkt dieser Reise. Die Insel Capri erlebten wir \u201eschrecklich-sch\u00f6n\u201c (siehe unseren damaligen Blogeintrag) und Neapel werden wir uns sicher bald noch einmal genauer anschauen. Es ist manchmal sinnvoll, eine Stadt unvorbereitet zu besuchen, also ohne Vorkenntnisse. Wir lesen dann sp\u00e4ter zu Hause oft B\u00fccher \u00fcber die Reiseziele, erweitern das Wissen und lassen diese neu gewonnenen Einsichten mit unseren Erinnerungen verschmelzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Buch, das wir auf dieser Fahrt vermisst haben, war Goethes italienische Reise. Wir halfen uns damit aus, das zeitlose Prinzip des Weimarer Dichterf\u00fcrsten zu vergegenw\u00e4rtigen: die Lehre der Metamorphose. Das Bewusstsein \u00fcber die stete Ver\u00e4nderung von allem, was ist, die Verwandlung eigener Ansichten und Perspektiven geh\u00f6rt f\u00fcr uns zum Gl\u00fcck des Reisens.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Sommer war es dann sch\u00f6n unsere Reiseerfahrungen und Goethes Berichte &#8211; \u00fcber Natur, Kunst und Leute auf seinen Stationen &#8211; in einem Vortrag in Stralsund zusammenzufassen. Leider haben wir es 2024 nicht geschafft, unseren Beitrag zu ver\u00f6ffentlichen. Das Thema hat sich inzwischen erweitert, weil wir im September einige weitere Originalschaupl\u00e4tze des Reiseberichtes &#8211; Verona, Padua, Vicenza und Venedig &#8211; besucht haben. Man wiederholt Goethes Reise nicht. Es handelt sich nur um den Versuch einer Aktualisierung der Erfahrung.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders gefallen hat uns dieses Jahr Venedig. Wir waren gespannt, ob die Touristenmassen ein origin\u00e4res Erleben erm\u00f6glichen. Zweifellos ver\u00e4ndern die gewaltigen Str\u00f6me von Besuchern die Stadt. Fr\u00fcher ver\u00e4nderte die Lagunenstadt &#8211; wie eine breite Facette von Reiseliteratur verdeutlicht &#8211; die Reisenden. Im September war die Lage eher entspannt. Statt des geplanten Kurzbesuches verl\u00e4ngerte sich unser Aufenthalt auf f\u00fcnf Tage.<\/p>\n\n\n\n<p>Anfang November hat uns dann nochmals die Reiselust gepackt. Wir waren noch nie so sp\u00e4t im Jahr unterwegs. Die Route f\u00fchrte \u00fcber Kroatien, Bosnien und Albanien nach Griechenland. Fasziniert von den v\u00f6llig unterschiedlichen geschichtlichen, politischen und religi\u00f6sen Perspektiven in den Regionen ist unsere Liste von lesenswerten Schriftstellern deutlich angewachsen. Wir glauben, dass Goethes Idee einer verbindenden Weltliteratur ein hochaktueller Gedanke ist. Denn es geht um mehr als nur Toleranz gegen\u00fcber anderen Kulturen, n\u00f6tig ist Respekt.<\/p>\n\n\n\n<p>Griechenland im November war zum Abschluss des Reisejahres eine einmalige Erfahrung. Wir lieben es, in den Stra\u00dfencaf\u00e9s in der Sonne zu sitzen, Leute kennen zulernen und an den Str\u00e4nden steht man bequem mit dem Wohnmobil. Es gibt erstaunlich wenig Verbotsschilder in dem Land.<\/p>\n\n\n\n<p>Das antike Griechenland mag inzwischen ein gro\u00dfes Museum sein, aber wir sp\u00fcrten die Pr\u00e4senz von metaphysischen Fragen und staunten in den N\u00e4chten \u00fcber die unvergessliche Konstellation am klaren Sternenhimmel.<\/p>\n\n\n\n<p>Warum reisen wir? Manchmal nur um in der Sonne zu sitzen, einen Cappuccino zu trinken oder einen Spaziergang zu unternehmen. Uns interessieren Menschen, die ankommen, \u00fcber die soziale und \u00f6konomische Problematik unserer Zeit nachdenken und den Versuch wagen, Alternativen zu etablieren. Vielleicht suchen wir unbewusst nach der wahren Heimat, ein Ort, der Solidarit\u00e4t, Freiheit und ein h\u00f6heres Bewusstsein erm\u00f6glicht.<\/p>\n\n\n\n<p>In Stralsund ist es inzwischen kalt und neblig. Wir stehen vor einem neuen Jahr und sehnen uns nach der Fortsetzung der Odyssee. Im Moment lesen wir ein Buch von Claudio Patrini, das die Symbole und Bedeutungen der Welt Homers erkl\u00e4rt. Es finden sich einige S\u00e4tze in der Abhandlung, die zum Nachdenken anregen.<br>Ein Beispiel:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Etappen der Reise des Odysseus sind die Gelegenheiten, bei denen er mit den vom unterscheidenden Verstand erzeugten Erscheinungen konfrontiert wird, und es gelingt ihm, die Gefahren zu \u00fcberwinden, gerade weil er sich des illusorischen Charakters dessen bewusst ist, was f\u00fcr die meisten Menschen die Wirklichkeit darstellt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>P.S.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir w\u00fcnschen Euch allen ein gutes neues Jahr!<\/p>\n\n\n\n<p>Die Blogeintr\u00e4ge \u00fcber die oben genannten Reiseziele findet ihr auf unserer Website.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2024: Hinter uns liegt ein spannendes Reisejahr. Der Start verlief anders als geplant. 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